
Arbeitsplätze statt Kriegsschauplätze!
Soldatsein ist kein "Job"!
20.000 Jobs bei der Bundeswehr? - Die Bundeswehr verspricht Arbeitsplätze und hofft in Zeiten von Firmenpleiten, Massenentlassungen, Hart-IV und steigender Arbeitslosigkeit auf Zuspruch.
Sie tut das allerdings nicht aus Barmherzigkeit oder sozialer Verantwortung - die Bundeswehr leidet unter Personalmangel.
Das Sozialwissenschaftliche Institut der Bundeswehr (SOWI) sieht einen engen Zusammenhang zwischen zunehmenden Kriegseinsätzen im Ausland und dem Rückgang der Verpflichtungen:
"[Es] ist damit zu rechnen, dass den Jugendlichen immer mehr bewusst wird, dass es sich bei der Bundeswehr um eine Armee im Einsatz handelt und dass der Beruf des Soldaten erhebliche Risiken mit sich bringt. Diese Erkenntnis wird zumindest bei einem Teil der jungen Männer und Frauen die Bereitschaft verringern, zur Bundeswehr zu gehen."
Das Ansehen der Bundeswehr ist aber nicht nur unter Jugendlichen gesunken, sondern auch bei denjenigen, die sich bereits verpflichtet haben. Nach einer Umfrage des Deutschen Bundeswehrverbandes vom Februar 2007 würden über 70% der heutigen Berufssoldaten Verwandten und Freunden davon abraten, sich bei der Bundeswehr zu verpflichten. Besonders negativ ist der Umfrage zufolge das Stimmungsbild bei Soldaten, die an Auslandseinsätzen teilnehmen.
Deshalb wirbt die Bundeswehr mit dem "Karriere-Truck", mit Beach-Volleyball-Turnieren, mit dem "Girls-Day" und über die Arbeitsagenturen, um Jugendlichen die Armee schmackhaft zu machen.
Sie versprechen Jobs und suchen Kanonenfutter
Die Bundeswehr - das ist kein Arbeitsplatz wie jeder andere. Soldat sein ist kein Job. Soldat sein heißt töten lernen, auf Befehl töten müssen und unter Umständen selber getötet werden.
Nach Angaben der Bundeswehr starben bei Auslandseinsätzen seit 1992 bereits 81 Soldaten. Allein in Afghanistan waren es 35.
In den Jahren 2006 bis 2008 wurden in den Bundeswehrkrankenhäusern 477 Soldaten nach Auslandseinsätzen wegen sog. "posttraumatischer Belastungsstörungen" (PTBS) behandelt.
Die Bundeswehr führt Krieg
Aus dem Verteidigungsministerium kommen immer noch Worthülsen und Beschwichtigungen. Es ist vom Aufbaueinsatz in Afghanistan die Rede. Dabei herrscht dort ein brutaler Krieg.
Der Wehrbeauftragte des Bundestages sagt dazu: "Ich war gerade in Afghanistan, und die Soldaten haben mir, emotional zum Teil sehr nahe gehend, klar gemacht: Herr Robbe, hier werden gerade keine Brunnen gebaut und auch keine Schulen eröffnet - im Moment ist hier Krieg." (Spiegel-online, 25.06.2009)
Dabei sind Bundeswehr-Soldaten nicht nur Opfer - sie sind Täter. Die afghanische Bevölkerung sieht sie als Besatzungssoldaten.
Gegen diese Besatzung organisiert sich ein immer stärkerer Widerstand.
Statt diesen Krieg zu beenden und die Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen, verstärkt die NATO und die Bundeswehr ihre Truppen am Hindukusch. Seit August 2003 wurden die NATO-Truppen von 5.000 auf heute 61.000 Soldaten mehr als verzwölffacht. Mit dem Ergebnis, dass sich der Aufstand in Afghanistan gegen die Besatzung ebenfalls weiter verstärkt hat.
Abrüstung schafft Arbeitsplätze
Die Ausrichtung der Bundeswehr auf weltweite Kriegführung verschlingt immer mehr Geld. 2009 wurde deshalb der Militärhaushalt auf über 31 Milliarden Euro erhöht. Insgesamt sind die NATO-Staaten für rund drei Viertel der Rüstungsausgaben der gesamten Welt verantwortlich.
Es ist höchste Zeit abzurüsten und das Geld für sinnvolle Investitionen im Sozial- und Bildungsbereich, im Umweltschutz, für alternative Verkehrssysteme und bei der Entwicklungshilfe auszugeben.
Das schafft zukunftsfähige Arbeitsplätze!
Flugblatt: fb20090630.pdf (153 KB)